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Kultur

Kultur

Ein Ziel grüner Kulturpolitik ist eine transparente, sich begründende, für die Kulturschaffenden verlässliche, der gesellschaftlichen Vielfalt adäquate zeitgemäße Förderpolitik.
Kunst und Kultur sind besondere Aneignungsformen der Wirklichkeit. Ihre Aufgabe ist es, sie uns sinnlich und emotional anzuverwandeln. Kunst hilft uns, unsere eigene Rolle in der Welt und im Verhältnis zu unseren Mitmenschen in einer eigenen Sprache zu reflektieren. Ohne Kultur wären wir in der Welt verloren. Sie hilft uns, uns in der Welt einzurichten, damit sie für uns bewohnbar wird, wir dazugehören und uns heimisch fühlen können. Kultur definiert unsere Rolle, unseren Platz in Gesellschaft und Welt. Kunst zeigt ihn und die Welt als veränderbar, als entwicklungsfähig.
Unsere Wahrnehmung arbeitet nicht abbildend wie eine Kamera: visuelle Eindrücke etwa werden nicht einfach passiv aufgezeichnet, sondern diese werden sofort kreativ interpretiert. Unser Gehirn versucht Signale in ein bedeutungsvolles Bild umzuwandeln. Es arbeitet dabei mit vorgefertigten Erwartungen, mit Vorfestlegungen, wie die Wirklichkeit aussehen könnte. Unser Denken beruht also auf einer Konstruktion der Wirklichkeit anhand von Wahrnehmungsmustern: wir ordnen und ergänzen unsere sinnlichen Wahrnehmungen nach kognitiven Mustern. Und diese Muster sind auch kulturell geprägt. Diese Muster der Wahrnehmung und Wirklichkeitskonstruktion bewusst zu machen, ist auch Aufgabe einer demokratischen, aufgeklärten Kulturpolitik.
Kultur ist identitätsstiftend und, insbesondere als Kunst, infragestellend. Um die plurale Demokratie zu fördern müssen beide Aspekte ins Spiel kommen. Die kulturelle Vielfalt Bayerns erschöpft sich nicht in Heimatabend und Staatsoper. Kulturpolitik darf sich daher nicht auf Hochkultur, Traditionspflege und Folklore beschränken. Vielmehr ist die ganze Palette der Lebens- und Ausdrucksformen in den Blick zu nehmen: ob Kinder- und Jugendkultur, Kultur von Frauen, interkulturelle Arbeit, Soziokultur, Medienkunst oder Kleinkunst. Aufgabe der Kulturpolitik ist Spitzen- und Breitenförderung, auch durch Musik-, Kunst-, Museumspädagogik und Medienkompetenz. Es geht um die Förderung nicht nur der Rezeption, sondern der Ausübung aller Künste: Selbermachen, Selbstwirksamkeit ist die entscheidende Kategorie - für unsere Demokratie wie für Kunst und Kultur.


7. Mai 2010
Grüne Interpellation: Zur Lage der Museen in Bayern
Museen sind zentrale Referenzpunkte unseres kulturellen Lebens. Die zeitgenössische Kunst definiert sich in Auseinandersetzung mit den musealen Beständen. An „Heimatmuseen" wie „Nationalmuseen" ist ablesbar, dass Museen immer auch identitätsstiftende Funktion zugeschrieben wird. Museen definieren, was „bewahrenswert", was unverzichtbarer Baustein unserer gegenwärtigen Kultur ist.

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28. April 2010
Interview mit der Mainpost
Mehr Wertschätzung für Franken
Grünen-Kulturpolitiker Sepp Dürr über den Streit um die Rückgabe fränkischer Kulturschätze
Der Streit um fränkische Kunstschätze, die einst von den Wittelsbachern nach München gebracht wurden, gehört zu den Dauerbrennern der bayerischen Landespolitik. Erst kürzlich hat das zuständige Kunstministerium eine Rückgabe kategorisch ausgeschlossen. Für den Grünen-Kulturpolitiker Sepp Dürr ist dies Kulturzentralismus. Er verlangt deshalb im Gespräch mit dieser Zeitung die Rückführung von Herzogschwert oder Domschatz.  

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14. April 2010
Bayerische Kulturpolitik: kein Konzept, kein Gestaltungswille
„Leitlinien" legen erzkonservatives Kulturverständnis der Staatsregierung bloß
Vor einem Jahr hat der Landtag auf unseren Antrag hin die Staatsregierung aufgefordert, Leitlinien ihrer Kulturpolitik vorzulegen. Wir haben ein klares Konzept erwartet, als Voraussetzung für Transparenz und langfristige Planung. Geliefert hat die Staatsregierung mit den „Leitlinien bayerischer Kulturpolitik" ein dürftiges bürokratisches Konstrukt ohne jeden politischen Gestaltungswillen.

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4. Februar 2010
Rede im Plenum
Neuer Vorstand Landesstiftung: Staatsregierung verstößt gegen Gesetz und Anstand
Die Neubesetzung des Vorstands der Bayerischen Landesstiftung war ein absolut würdeloses Schauspiel.
Dabei hat die Staatsregierung jeden Anstand vermissen lassen.
Mindestens so schwer aber wiegt, dass die Staatskanzlei dafür auch noch gegen Satzung und Stiftungsgesetz verstoßen hat.

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13. Januar 2010
Aufbruch aus der Krise
Eckpunkte einer grünen Kulturpolitik
Unsere Art des Zusammenlebens steckt in einer tiefen Krise. Das hat globale wirtschaftliche, ökologische und soziale Gründe. Die alten Wege erweisen sich als Sackgassen, neue einzuschlagen erfordert eine gemeinsame politische Anstrengung bisher nicht dagewesener Qualität.

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12. Dezember 2009
Augsburgs Chancen nutzen - Kulturwirtschaft stärken
Kultur hat viele Funktionen. Ihre wirtschaftliche Bedeutung wurde bisher nur wenig beachtet. Dabei erzielte die deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft 2008 eine Bruttowertschöpfung von 63 Milliarden Euro und einen Umsatz von 132 Milliarden Euro. Rund 238 000 Unternehmen mit knapp einer Million Erwerbstätigen sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig.

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7. Dezember 2009
Rede auf dem Vernetzungstreffen "Kunst trifft Grün"
Kulturpolitik für Bayern
Dass wir uns heuer hier in diesem Hohen Hause treffen, ist für mich wieder mal ein Anlass, den Kunsttheoretiker Boris Groys zu zitieren.
Zieht er doch eine Parallele zwischen Kunst und Politik:
„Beide sind Felder", sagt Groys, „auf denen ein Kampf um Anerkennung ausgetragen wird.

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3. Dezember 2009
Rede auf der Veranstaltung "Am Ball bleiben. Für eine lebendige Fankultur in Bayern - Diskussionsabend im Landtag"
Fußball und Kultur
Fußball ist Kultur. Ich kenne einige, die das bestreiten, aber die sind heute nicht hier.
Kulturpolitisch interessant sind z.B. das Spiel selber, die den Fußball vermarktende Kulturindustrie und auch die Fankulturen.
Die Kulturindustrie verdient viel Geld, mit Trikots und Tassen, Bildern und Bettwäsche, Wetten und Wettbewerben.

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20. November 2009
Rede zur Ausstellungseröffnung „Das kleine Format" in Dießen
Situation der Künstlerinnen und Künstler
Künstlerinnen und Künstler hatten es in Bayern noch nie leicht, von ihrer Arbeit zu leben.
Aber diese Lage hat sich wegen dreier Faktoren nochmals zugespitzt:
Erstens differenziert sich Kunst immer mehr aus.
Es gibt keine alles bestimmende Schule oder Epoche mehr.
Das bedeutet, dass sich auch der Markt immer weiter ausdifferenziert: die Zahl potentieller Käufer für einzelne Richtungen und Werke wird immer kleiner.

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12. November 2009
Rede Kulturveranstaltung, Zentrifuge in Nürnberg
„Freiheit braucht Mittel"
Bei einer solchen Veranstaltung macht mir mein Beruf richtig Freude. Ich bin ja schon länger im Landtag, aber jetzt als Kulturpolitiker darf ich dahin, wo was los ist und wo die interessanten Leute sind. Besonders spannend ist es, wenn was Neues entsteht. Hier in der Zentrifuge riecht es nach Aufbruch. Einen solchen Aufbruch brauchen wir im ganzen Land.

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25. Oktober 2009
Laudatio auf Christine Stahl zur Verleihung der Frankenmedaille
Ich bedanke mich ganz herzlich dafür, dass ausgerechnet ich heute hier sprechen darf. Damit zeigen Sie Liberalität und Selbstbewusstsein.
Bedanken möchte ich mich auch dafür, dass ich eine Lobrede halten darf. Das ist für einen Grünen Politiker in Bayern ein ganz seltenes Vergnügen. So eine Gelegenheit muss man ausnutzen.

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18. September 2009
Rede zu "Heimat. Grün" in Regensburg
Die Grünen als neue Heimatbewegung
5 Thesen
1. Heimat ist ein schwieriger Begriff, zu vielem brauchbar, also leicht missbrauchbar
Jeder verbindet etwas mit „Heimat", aber wenn man nachfragt, kommt meist etwas höchst Konkretes, Individuelles und daneben viel Vages. Und es ist ein sehr stark mit Emotionen besetztes Bedürfnis, leicht entflammbar, also wiederum leicht zu missbrauchen.

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14. September 2009
Rede zur Veranstaltung Gesprächskonzert "Starke Frauen" in Fürstenfeld
Kunst und Macht. Warum kennt mann keine Dirigentin?
„Starke Frauen" - mit dem Titel unserer Veranstaltung haben wir nicht zu viel versprochen. Wir haben heute viele starke Frauen kennengelernt - und das Beste ist: einige leben noch und sind heute hier. Liebe Monika Baumgartner, liebe Agnes Krumwiede: Vielen Dank für einen wirklich starken Abend!

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28. Juli 2009
Archive und Bibliotheken überfordert -
Bayern verliert sein schriftliches Gedächtnis

Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs gingen Urkunden und Manuskripte aus vielen Jahrhunder-ten unwiederbringlich verloren oder müssen nun mit großem finanziellem und personellem Auf-wand restauriert werden. Der Einsturz hat vor Augen geführt, dass es in vielen Fällen schlecht um die Sicherung wertvollen Kulturgutes bestellt ist.

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18. Juni 2009
Kulturfonds kein „Erfolgsmodell"
Bei der Beratung des Kulturfonds Bayern 2009 kritisierte Sepp Dürr, kulturpolitischer Sprecher der Landtagsgrünen, die Konstruktion des Fonds heftig: „Der Kulturfonds ist als Geldanlage eine 100%ige Pleite, als Förderinstrument ist er schädlich".

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17. Juni 2009
„Bibliothek der verbrannten Bücher" kommt nach Augsburg
Nach jahrelangem Bemühen der grünen Landtagsfraktion, einen angemessenen Ort für die „Bibliothek der verbrannten Bücher" des Sammlers Georg P. Salzmann zu finden und in die öffentliche Hand zu überführen, rückt eine Lösung nun endlich näher.

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27. Mai 2009
Plenumsrede
DDR-Unrechtsstaat
Ihren Antrag, Kolleginnen und Kollegen der Regierungsfraktionen, verbuchen wir unter Realsatire.
Bei Satire - und damit, unfreiwillig, auch bei Realsatire - kann es um durchaus ernste Probleme gehen.

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18. Mai 2009
Braucht München einen neuen Konzertsaal?
Sepp Dürr lud zu Rundem Tisch in den Landtag

Eines ist sicher: Die nächsten Jahre kann sich Bayern wegen der Finanzkrise und des Debakels der Landesbank nur noch das Allernötigste leisten. Kunst und Kultur zählen - neben Bildung - für uns Grüne zum Allernötigsten. Aber jede Investition muss gut begründet sein. Andererseits haben größere Baumaßnahmen eine lange Vorlaufzeit und wir müssen schon in schwierigen für hoffentlich wirtschaftlich bessere Phasen planen.

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10. Mai 2009
Grüner Wanninger 2009 für den Jazz Club Hirsch e.V.
Laudatio, Freising
Ich möchte mich ganz herzlich dafür bedanken, dass ich heute eine Lobrede halten darf.
Das ist für einen Grünen Politiker in Bayern ein ganz seltenes Vergnügen.
So eine Gelegenheit muss man ausnutzen.

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19. März 2009
Museen in der Krise?
Staatsregierung ohne Konzept - Grüne reichen Interpellation ein
Die Pinakothek der Moderne in München, das Nürnberger Museum für Kunst und Design oder das Buchheim-Museum am Starnberger See beweisen: es herrscht so etwas wie eine neue Gründerzeit in der bayerischen Museumslandschaft.

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20. Februar 2009
NS-Propaganda nachdrucken oder verbieten?
Das bayerische Finanzministerium hat Ende Januar die Beilage der zweiten Ausgabe des Magazins „Zeitungszeugen" mit Nachdrucken der NS-Zeitung „Völkischer Beobachter" beschlagnahmen lassen, weil es seine Urheberrechte verletzt sieht und im Nachdruck verbotene Kennzeichen wie das Hakenkreuz abgebildet waren. Dazu hat sie ein großes Polizeiaufgebot im ganzen Bundesgebiet in Marsch gesetzt.

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20. Januar 2009
Kein Geld für Geistliche. Staatliche Kirchenfinanzierung ist nicht mehr zeitgemäß
Bayern ist - auch - ein christlich geprägtes Land, das macht einen Großteil seiner Eigenart, seines Reizes und kulturellen Reichtums aus. Aber es ist ebenso sehr geprägt von der kritischen Auseinandersetzung mit dieser Tradition, insbesondere mit den Dominanzansprüchen der katholischen Kirche gegenüber Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Politik und Staat.

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Interpellation "Zur Lage der Museen in Bayern"
:: Antworten der Staatsregierung

:: Anlagen
:: Bewertung
:: Ergebnisprotokoll der Diskussion im Ausschuss am 7. Juli 2010



Vernetzungstreffen "Kunst trifft Grün 2009" im Maximilianeum am 7. Dezember 2009
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Verleihung der Frankenmedaille an Christine Stahl (M)

Revolution in Bayern - 90 Jahre Freistaat
Lesung mit Michael Lerchenberg im Bayerischen Landtag, 18. Februar 2009


 
Video der  Reden von Sepp Dürr, Franz Maget und der Lesung von Michael Lerchenberg


mit den Regisseuren Hans Steinbichler und Marcus H. Rosenmüller

:: Flyer zum Heimatfilmtag im Kino "Breitwand" in Seefeld, 24.8.2008